Kommentar zu Die Londoner Strasse / 11.10.2020 in der Weihehalle der Unitarier
Das Europaviertel, symbolisiert durch die Londoner Strasse , ist blosse Etikette, wo
Internationalität behauptet, aber nicht gelebt wird
Ein Beitrag von Alexander Bußmann


Wenn man als Fussgänger die Londoner Strasse im Europaviertel Frankfurt betritt, erinnert einen
nichts an das was man mit London verbinden könnte wie die Speakers Corner im Hydepark,
wo Leute auf Apfelsinenkisten stehend Reden schwingen, oder an Buckinham Palace, an diese Wache
mit der hoch aufgeschossenen Bärenfellmütze, die da steif wie eine Puppe steht und Wache hält,
kein Pub, wo man nach Kneipenschluss um 23 Uhr als geschlossene Gesellschaft weiter trinken kann.
….
Was man in der Londoner Strasse sehen kann, ist auf der linken Seite die Fassade eines
siebenstöckigen Gebäude-Komplexes . Die Fassade ist aus sandfarbenen Quadern gebaut, der
sandfarbene Komplex in drei Blöcke unterteilt: In jedem Block gibt es 14 Wohnungen, jeder
Wohnung ist ein Balkon in westlicher Lage zugeordnet. Jeder Balkon ist nach vorne und zur Seite
vergittert. Die Gitterstangen nicht mehr als eine Handbreite voneinander entfernt. Sie vermitteln
Sicherheit, sie kreieren eine Wohlfühlzone, die Schutz und Abgrenzung bietet, ein wichtiger Faktor,
damit er und sie sich wohlfühlen kann.
Wie grossartig und phantasievoll hätte man das Europaviertel gestalten können und damit viele
Menschen aus den vielen unterschiedlichen ausländischen Kommunities Frankfurts ( Griechen,
Brasilianer, Italiener, Franzosen , Spanier , Afrikaner und andere Ethnien wie ein Magnet anziehn
können. In der Londoner Strasse hätte man ein paar Pubs einrichten können, vielleicht sogar
übereinander 3- 5 etagig, in der Madrider Strasse Flamenco Bars , wo feurige Flamencotänzer:innen
auftreten, in der Pariser Strasse ein Mini-Montmartre in dem Strassenkünstler ihre Künste präsentieren,
und Maler, die ihre Bilder ausstellen. So hätte man den Geist von Internationalität heraufbeschworen.

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