Die heile, gut bürgerliche Welt duldet kein Anderssein. Die Normalität ist Konsens. Was nicht normal, anders ist, wird ausgeschlossen. Der Ausschluß kann z.B. durch Stigmatisierung stattfinden, etwa, daß man jemand als böse bezeichnet. Der/Die sich als gut, als anständig und dgl. bezeichnet, spaltet bei sich seine/ihre mit der Normalität nicht in Einklang stehenden negativen Triebe, Denkmuster ab und projiziert sie auf jemanden, der für ihn/sie Stellvertreter ist für die selbst nicht ausgelebten, unterdrückten sogenannten bösen Triebe, etwa Mordgedanken. Dieser Jemand ist das sogenannte Monster. Mit dieser Projektionsstrategie macht man sich selbst zum guten Menschen und erhebt sich gleichzeitig über den, der angeblich böse ist.

In der (Film) Welt des Horror wird die oben beschriebene Doppelmoral des Gutmenschen demaskiert. Hier findet eine Grenzüberschreitung statt. Der oder das Andere, meist anonym- maskiert und: aus dem Dunkel kommend, durchbricht die Grenze der Normalität.

Das, was verdrängt wurde, z.B. eine Schuld, kommt wieder ans Tageslicht. Das Monster ist Symbol für das, was von der Gesellschaft ausgeschlossen wurde. Für seinen Ausschluß rächt es sich an der Gesellschaft wie z.B. Samara im Film  „The Ring“, von ihren Eltern, besonders von der narzistischen Mutter in die Isolation getrieben, am Ende erschlagen und in einem Brunnen entsorgt.

Die in „The Ring“ gezeigten Motive und Praktiken wie z.B. Gewalt gegen Kinder, Rache von Kindern an den Erwachsenen sind keineswegs kopfkrank sondern der Realität entlehnt und auch in der Realität – manchmal in für den Gutmenschen unvorstellbar grausamen Form-existent.

Der Horrorfilm, der die Realität also nicht so übertriebt, wie man denken könnte,- zeigt Motive der Gewalt in besonders krasser Form, um den oftmals von Verdrängungsmechanismen beherrschten Zuschauer bewußt in einen Schockzustand zu versetzen mit dem Ziel ihn z.B. zum Nachdenken über Gewalt und die Ursachen von Gewalt anzuregen. Bei diesem Nachdenken kommen die Begriffe „gut“ und „böse“ durcheinander. Man fragt sich, was oder wer „böse“ oder „gut“ ist.

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