eine Fortsetzung des Projektes Frankfurter Botschaft von 2016, wurde als performative Installation mit 13 Darstellern gezeigt: viele, kurze ,motivisch miteinander verwobene Szenen, einige tänzerisch, einige theatral dargestellt.
Die ZuschauerInnen konnten sich in der weitläufigen Halle der Unitarier frei bewegen und selbst entscheiden, was sie sich anschauen. Thematisch geht es um die Neue Altstadt und das Europaviertel. Die Idee zu dem Projekt entstand aus der Intuition, dass diese Viertel trotz ihrer scheinbaren Gegensätzlichkeit auf einer tieferen Ebene zusammengehören und sozusagen zwei Variationen desselben Geistes sind. Sowohl in der architektonischen Ästhetik dieser Viertel selbst als auch in den Diskursen darüber werden implizit Fantasien über die Stadt Frankfurt und Vorstellungen des urbanen Lebens verhandelt.

Den szenographischen Rahmen bildeten c.a. 250 Umzugskartons, aus denen riesige Mauern gebaut wurden, die die gleichzeitig gespielten Szenen voneinander trennten und Mini- Bühnen definierten. Die Gesamtanlage wurde zweimal von allen Darstellern umgebaut . Dabei hatte man den Eindruck,dass die Darsteller nicht wie Möbelträger umbauten, sondern sich in einem Trancezustand befanden. Die Kartons wurden in den Szenen ganz unterschiedlich benutzt, mal als Koffer, mal als Tisch usw..

Die gespielten Szenen waren sehr heterogen :

  • Bizarre, märchenhafte Szenen wie etwa drei in Kartons wohnende Hexen, die den Anwesenden die Frankfurter Seele in Form von runden, schwarzen Eiswaffeln wiedergaben, die an Hostien erinnerten.
  • Tanzszenen, bei denen Immobilienanzeigen aus dem Europaviertel chorisch vorgetragen wurden.
  • Ein Sprecher beschrieb minutiös im Stile des Nouveau Roman das Europaviertel, während gleichzeitig; mehrere Darsteller performative Akte, kontrapunktisch gesetzt, ausführten.
    –  Eine Darstellerin erzählte  über ihre Zeit als Teenager im Gallusviertel, wo für sie der Güterbahnhof (da ist jetzt das Europaviertel) eine wichtige Rolle spielte.
  • “Normale” Sprechszenen in Form von Interviews mit satirischer Einfärbung : z.B. wurde der Frankfurter Botschafter gefragt ob er sich einen Wiederaufbau des technischen Rathauses vorstellen könne…

Für die Texte waren Bert Bresgen und Alexander Bußmann verantwortlich, ebenfalls für die Dramaturgie seiner Texte. Die  künstlerische Leitung übernahm Oliver Utis.

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